Ein Thema, das uns bewegt und zu dem wir Stellung beziehen wollen, ist der Gender Gap in der Medizin. Die medizinische Forschung hat sich lange an männlichen Körpern orientiert – mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen für Frauen. Beim Thema Kinderwunsch zeigt sich das zum Beispiel daran, dass Frauen, die von frauenspezifischen und damit wenig erforschten Krankheiten wie PCOS und Endometriose betroffen sind, häufig auch ungewollte Kinderlosigkeit erfahren. Auf diese Ungleichheiten hinzuweisen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Diesen Zweck erfüllt zudem der seit 1987 stattfindende „Internationale Aktionstag für Frauengesundheit“.
UIK präsentiert sich
Zu diesem Anlass waren wir am 28.05.2025 von der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig als Verein eingeladen, einen Stand zu gestalten und über unsere Kernthemen in Austausch zu kommen. Ein Quiz zum Thema „Ungewollte Kinderlosigkeit und Reproduktionsmedizin“ lud die Besucher*innen ein, ihr Wissen zu testen. Daraus haben sich spannende Gespräche ergeben und es wurde deutlich, wie sehr das Thema bewegt – nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige oder medizinisches Personal. Ebenso konnten wir unsere Visitenkarten verteilen und Materialien wie den Fertility Atlas von Fertility Europe sowie ausgewählte Bücher zum Thema vorstellen.

Kinderwunsch – ein Thema mit zahlreichen Schnittstellen
Die Veranstaltung gab uns die Gelegenheit, unsere Zusammenarbeit mit dem Leipzig Reproductive Health Research Center (LE-REP), welches die Auswirkungen von Kinderwunschbehandlungen erforscht, zu vertiefen. Außerdem sind wir mit anderen Mitwirkenden ins Gespräch gekommen. So trafen wir unter anderem auf die ebenfalls in Leipzig ansässige Endometriose Vereinigung, deren efolgreiches Engagement wir sehr bewundern. Schnell entstand ein Austausch über die Auswirkungen der Erkrankung auf die Familienplanung. Auch das Buusen Kollektiv, ein deutschlandweites Selbsthilfe-Netzwerk für Brustkrebs-Betroffene, durften wir kennenlernen. Da onkologische Behandlungen eine Herausforderung für den Kinderwunsch darstellen, gab es auch hier gemeinsame Themen. Besonders bereichernd war zudem der Austausch mit dem TIAM e. V.. Denn auch für trans-, inter- und nicht-binäre Menschen ist der Kinderwunsch ein wichtiges Thema – ihre Perspektiven sind für unsere Arbeit sehr wertvoll.
Vortrag – Wenn der Kinderwunsch sich nicht erfüllt
Ein weiterer Programmpunkt war der Vortrag von Ulla Gerber, die das Publikum auf einfühlsame Weise mit auf den Weg eines Paares mit unerfülltem Kinderwunsch genommen hat. Ein intimes Ereignis, die Grenzen des eigenen Körpers zu erfahren – herausfordernd für alle Betroffenen. Gleichzeitig wird dieser Weg unweigerlich öffentlich: durch Anträge und Behördengänge, durch Ärzt*innen, durch medizinische Eingriffe, und durch ein soziales Umfeld, das oft unbeholfen reagiert. Die unzähligen Informationen und Heilsversprechen im Internet und in den sozialen Medien können zusätzlich überfordern. In einer Phase, die geprägt ist von Identitätskrisen, Selbstzweifeln und existenziellen Fragen, erleben viele Betroffene, dass die Außenwelt laut wird mit Ratschlägen, Meinungen und Urteilen – während sie selbst oft still und mühsam um gute Entscheidungen ringen.

Unser Anliegen: Awareness für Frauengesundheit schaffen
Deswegen braucht es Tage wie den der Frauengesundheit, um ein Bewusstsein zu schaffen für Themen wie ungewollte Kinderlosigkeit, gynäkologische und onkologische Erkrankungen, den ungleichen Zugang zu Behandlungen und Forschungslücken sowie den gesellschaftlichen Umgang damit.
Wir haben zu diesen Themen viel zu sagen – und wir möchten gehört werden. Begleite uns gerne weiterhin auf unserem Weg!
Dein UIK

