Anlässlich der jüngsten politischen Debatte um eine mögliche Legalisierung der Eizellspende in Deutschland haben wir uns mit Frau Staatssekretärin Schmierer sowie Abteilungsleiterin Dr. Springer, Referatsleiterin Dr. Claus und Referentin Frau Greilich im Bundesjustizministerium (BMJV) ausgetauscht. Für uns war dies eine wichtige Gelegenheit, die Perspektive von Betroffenen direkt in die politische Debatte einzubringen. Viele unserer Mitglieder sind von dem bestehenden Verbot unmittelbar betroffen. Einige ziehen eine Eizellspende im Ausland in Erwägung, andere haben ihren Kinderwunsch auf diesem Weg verwirklicht.
Neue Dynamik in der politischen Debatte
Neue Dynamik erhielt die Debatte um eine mögliche Legalisierung der Eizellspende durch die Aussage von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in einem Interview mit der ZEIT, eine gesetzliche Lösung finden zu wollen, „die die Eizellspende in Deutschland in einem engen Rahmen ermöglicht“. Im Januar 2026 brachte dann die Frauen Union (die Frauenorganisation der CDU/CSU) einen Antrag zur „Einführung und Ausgestaltung der Eizellspende unter klaren ethischen, gesundheitlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen“ auf dem 38. CDU-Parteitag ein, welcher an die Bundestagsfraktion zur Beratung überwiesen wurde. Ende Februar bekräftigte Bundesgesundheitsministerin und Vorsitzende der Frauen Union Nina Warken öffentlich ihre Forderung nach einer Legalisierung der Eizellspende – „bei gleichzeitiger Beibehaltung klarer Grenzen“.
Verschiedene Betroffenenverbänden haben daraufhin ihre Positionen vorgelegt. Hervorzuheben sind der Kommentar des Vereins Solomütter Deutschland e.V. sowie die neueste Pressemitteilung des FE-Netz e.V. mit den Ergebnissen der aktuellen Betroffenenbefragung des Vereins. Kürzlich wurden dann durch eine Zusammenarbeit verschiedener Fachgesellschaften 10 Vorschläge für eine konkrete Umsetzung der Eizellspende in Deutschland veröffentlicht.
Auch wir vom UIK haben uns frühzeitig in die Diskussion eingebracht und eine Stellungnahme veröffentlicht. Zudem haben wir das Gespräch mit dem zuständigen Referat im Bundesgesundheitsministerium gesucht.
Warum wir über die Legalisierung der Eizellspende im Bundesjustizministerium gesprochen haben
Die Eizellspende ist in Deutschland derzeit verboten. Grundlage dafür ist das Embryonenschutzgesetz, das zentrale Regelungen zur Fortpflanzungsmedizin enthält. Da dieses Gesetz dem Strafrecht zugeordnet ist, liegt die Zuständigkeit beim Bundesjustizministerium. Eine mögliche Legalisierung der Eizellspende würde daher Änderungen am bestehenden Rechtsrahmen erfordern.
Im Gespräch mit Frau Staatssekretärin Schmierer und ihren Kolleginnen konnten wir die Erfahrungen von Betroffenen schildern und verdeutlichen, welche Belastungen das aktuelle Verbot für viele Patient:innen und Familien mit sich bringt. Außerdem haben wir unsere Position zur aktuellen politischen Debatte eingebracht: Die von der Frauen Union vorgeschlagenen Ansätze markieren einen wichtigen Beitrag zur Diskussion, bleiben aus unserer Sicht jedoch in zentralen Punkten noch unzureichend und bedürfen einer weiterführenden Ausarbeitung. Eine zu eng gefasste rechtliche Ausgestaltung der Eizellspende, die insbesondere fremdnützige Spenden ausschließt, verfehlt unseres Erachtens das Ziel einer verantwortungsvollen Fortpflanzungsmedizin, die Chancen zur Familienbildung eröffnet, ohne gesundheitliche Risiken, Missbrauch oder kommerziellen Handel zu fördern.
Entscheidend wird der Bundestag sein
Eine wichtige Erkenntnis aus dem Gespräch war zugleich eine Bestätigung dessen, was bereits in früheren Gesprächen mit politischen Entscheidungsträger:innen deutlich wurde: Eine mögliche Legalisierung der Eizellspende und die damit verbundene Änderung des Embryonenschutzgesetzes braucht politische Mehrheiten im Deutschen Bundestag.
Die Perspektiven der Betroffenen weiter einbringen
Wir bedanken uns bei Frau Staatssekretärin Schmierer, Frau Dr. Springer, Frau Greilich und Frau Dr. Claus für das konstruktive Gespräch und das Interesse an unseren Perspektiven. Es stimmt uns hoffnungsvoll, dass unsere Anliegen auf so hoher politischer Ebene Gehör finden.
Die Debatte um die Legalisierung der Eizellspende ist weiter offen. Deshalb wird der Austausch mit Abgeordneten und Fraktionen in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle spielen. Wir werden den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und dich hier sowie auf unserem Instagram-Kanal auf dem Laufenden halten.
Herzlich
Dein UIK e. V. 💜💚🤍

