Am 20.05. hat die Endometriose-Vereinigung Deutschland ein Fach- und Vernetzungsabend zum Thema „Endometriose, Adenomyose und Kinderwunsch”, veranstaltet. Wir vom UIK waren als Gast geladen und blicken hier zurück auf einen fachlich gehaltvollen und gut besuchten Online-Austausch über Endometriose, Kinderwunsch und die Bedeutung der Selbsthilfe.
Endometriose und Kinderwunsch: Zwei Themen, viele Überschneidungen
Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Sie ist gutartig, jedoch chronisch verlaufend und oft schmerzhaft, und kann mit Einschränkungen der Fruchtbarkeit einhergehen. Nicht wenige Betroffene erhalten ihre Diagnose erst im Zusammenhang mit einem unerfüllten Kinderwunsch, zum Beispiel im Rahmen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung.
Die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. engagiert sich seit 30 Jahren durch Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung von Betroffenen für Betroffene. Mit dem Projekt Endometriose und Kinderwunsch hat sich die Vereinigung nun einem Thema angenommen, das viele Berührungspunkte mit unserer Arbeit hat. Umso erfreuter waren wir, als Gast beim Fach- und Vernetzungsabend am 20.05. unsere Perspektive zum unerfüllten Kinderwunsch bzw. Infertilität einbringen zu dürfen und mit Selbsthilfeaktiven aus ganz Deutschland ins Gespräch zu kommen. Eingeladen waren weiterhin sowohl Leitende von Selbsthilfegruppen zur Endometriose als auch zum unerfüllten Kinderwunsch.
Selbsthilfe als Anker bei Endometriose und Kinderwunsch
Auf dem Programm der Online-Veranstaltung stand zunächst ein ausführlicher und informativer Fachvortrag zu Endometriose, Adenomyose und Kinderwunsch. Neben den Einflussfaktoren der Erkrankung auf die Fertilität kamen dabei auch die psychosozialen Herausforderungen zur Sprache. So haben Betroffene häufig Zukunftsängste oder aufgrund ihrer eigenen und oft langwierigen Krankheitsgeschichte Vorbehalten gegenüber einer möglichen Kinderwunschbehandlung. Als wirkungsvolle Unterstützung wurde hier die Selbsthilfe ins Spiel gebracht.
Nicht in allen Endometriose-Selbsthilfegruppen ist jedoch immer genügend Zeit, um sich ausführlich den vielen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Kinderwunsch anzunehmen. Daher gründen sich zunehmend auch Gruppe, die Endometriose und Kinderwunsch als Spezialthema haben. Andererseits gibt es in vielen Selbsthilfegruppen zum unerfüllten Kinderwunsch auch Endometriose-Betroffene. Im gemeinsamen Austausch während der Veranstaltung fanden wir heraus, dass oft ähnliche Bedürfnisse im Vordergrund stehen: der Wunsch nach verlässlichen Informationen, nach emotionaler Entlastung und nach einem geschützten Raum, in dem persönliche Erfahrungen ohne Bewertung geteilt werden können.
Viele Betroffene bewegen sich über Jahre hinweg zwischen gynäkologischer Behandlung, reproduktionsmedizinischer Abklärung und der Auseinandersetzung mit chronischen Schmerzen und Unsicherheiten. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie der Endometriose oder bei langwierigen gesundheitlichen und psychosozialen Belastungen im Kontext des unerfüllten Kinderwunsches können Selbsthilfegruppen dazu beitragen, handlungsfähig zu bleiben und neue Perspektiven zu entwickeln. Sie helfen dabei, medizinische Informationen einzuordnen, Entscheidungen besser zu verstehen und mit Rückschlägen und Verlusten umzugehen. Für viele Betroffene ist die Selbsthilfe daher nicht nur ein ergänzendes Angebot zur medizinischen Versorgung, sondern über einen langen Zeitraum hinweg eine stabile, ganzheitliche Begleitung.
Das Unterstützungsnetzwerk Infertilität und Kinderwunsch hat es sich zur Aufgabe gemacht, Selbsthilfegruppen im Bereich unerfüllter Kinderwunsch und Infertilität mit verschiedenen Angeboten zu unterstützen und neue Gruppengründungen anzustoßen, ganz gleich ob sie sich auf bestimmte Themen spezialisiert haben oder alle Facetten des unerfüllten Kinderwunsches abdecken. Auf unserer Webseite haben wir Informationen und Angebote zur Selbsthilfe bei unerfülltem Kinderwunsch zusammengetragen. Es finden sich auch die Kontaktdaten lokaler Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland.
Gemeinsam für Betroffene
Für das UIK hat der Abend nicht nur wertvolle Erkenntnisse zur Endometriose und Adenomyose gebracht, sondern auch verdeutlicht, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Selbsthilfeorganisationen ist, um Betroffene gezielt zu unterstützen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Endometriose-Vereinigung und insbesondere bei Verena Mensenkamp für die Einladung und Organisation.
Herzlich
Dein UIK e.V. 💜💚🤍

