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UIK bei ESHRE 2025: Der Stimme der Patient*innen Gehör verschaffen

Vom 29. Juni bis 2. Juli 2025 fand in Paris die diesjährige Jahrestagung der ESHRE-Kongress (European Society of Human Reproduction and Embryology) statt, einer der weltweit größten wissenschaftlichen Kongresse im Bereich der Reproduktionsmedizin mit mehr als 10.000 Teilnehmenden.
Wir freuen uns sehr, dass auch unser Vorstandsmitglied Beate Mühlroth eingeladen wurde, um in einem Vortrag ihre persönliche Geschichte zu teilen und Fachleute für die Erfahrungen von Patient*innen der Reproduktionsmedizin zu sensibilisieren.

Ein stärkeres Bewusstsein für Fruchtbarkeit schaffen

Fertility Europe, der europäische Dachverband der Patient*innenorganisationen und offizieller Partnerverband von ESHRE, war wie jedes Jahr beim ESHRE-Kongress vertreten und brachte die Stimme Betroffener vielfältig und seriös in den Fachdiskurs mit ein. Auch in diesem Jahr wurde eine eigene englischsprachige Patient Session gestaltet, bei der die Sicht und die Belange der Betroffenen im Mittelpunkt standen.

Die diesjährige Patient Session hatte es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für Aufklärung über Fruchtbarkeit zu stärken. Denn Wissen ist die Grundlage dafür, informierte Entscheidungen über die eigene Familien- und Lebensplanung und etwaige medizinische Behandlungen treffen zu können.

Unter dem Titel „Raising Fertility Awareness: The Importance of Informed Choices“ wurde sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus Patient*innensicht darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Menschen frühzeitig und verständlich über Fruchtbarkeit aufzuklären. Vorgestellt wurde das Facts! Game, ein digitales Lernspiel von Fertility Europe, in dem Jugendliche spielerisch Wissen rund um Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit erlangen. Ziel ist es, Mythen abzubauen, Fehlinformationen zu korrigieren und junge Menschen in die Lage zu versetzen, ihre reproduktive Gesundheit bewusst und selbstbestimmt im Blick zu behalten. Fast 10.000 Jugendliche in verschiedenen europäischen Ländern haben bereits an dem Lernspiel teilgenommen.

„Too young to worry? My fertility journey“ – UIK mit sehr persönlichen Einblicken bei ESHRE 2025

Unser Vorstandsmitglied Beate Mühlroth war Teil der diesjährigen Patient Session und teilte unter dem Titel „Too young to worry? My fertility journey“ ihre persönliche Geschichte. Beate berichtete über ihre eigenen Erfahrungen als junge Patientin in der Reproduktionsmedizin – zu einer Zeit, als Kinderwunsch in ihrem Umfeld noch kein Thema war.

Sie sprach offen und ehrlich über die besonderen Herausforderungen, die es mit sich bringt, frühzeitig mit unerfülltem Kinderwunsch konfrontiert zu sein: über gesellschaftliche Vorurteile, Altersstereotype und die Schwierigkeit, wirklich informierte Entscheidungen für die eigene Lebens- und Behandlungsplanung zu treffen, wenn sowohl private als auch medizinische Gespräche oft von Schubladendenken geprägt sind.

In ihrem Appell stellte sie die Bedeutung einer empathischen, ganzheitlichen Begleitung in den Mittelpunkt: Menschen sollten nicht auf ihr Alter oder medizinische Parameter reduziert werden. Gerade in der Reproduktionsmedizin braucht es Raum für individuelle Geschichten, fürs Zuhören, Aufklären und Unterstützen, damit Betroffene in ihrer Vielfalt wahrgenommen werden und tragfähige Entscheidungen für sich treffen können.

Bild aus Präsentation - Informed Choice

Warum solche Beiträge wichtig sind

Beates Teilnahme bei ESHRE steht stellvertretend für viele Patient*innen, die mit ihren Erfahrungen oft allein bleiben. Solche persönlichen Beiträge sind von unschätzbarem Wert, weil sie die oft abstrakte Debatte um Fruchtbarkeit und reproduktive Gesundheit mit Leben füllen. Sie zeigen, dass hinter jeder Diagnose, hinter jeder Entscheidung echte Menschen mit individuellen Geschichten, Hoffnungen und Ängsten stehen. Gerade in einem Fachkontext ist es wichtig, den Blick über medizinische Fakten hinaus zu weiten und die emotionalen und sozialen Dimensionen sichtbar zu machen. Nur so können Ärzt*innen, Fachkräfte und auch die Gesellschaft insgesamt lernen, sensibler mit den Bedürfnissen von Patient*innen umzugehen, Vorurteile zu hinterfragen und Betroffene in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit zu unterstützen.

Solche Erfahrungen erinnern daran, dass es in der Reproduktionsmedizin nicht nur um Technik und Zahlen geht, sondern um Menschen, die gesehen, gehört und begleitet werden möchten.

Danke für euer Vertrauen

Wir bedanken uns herzlich bei Fertility Europe und ESHRE für die Möglichkeit, die Patient*innenperspektive in den reproduktionsmedizinischen Diskurs einzubringen, und bei Beate für ihren Mut und ihr Engagement.
Wir sind überzeugt: Nur gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Kinderwunschbehandlungen nicht nur technologisch, sondern auch menschlich besser werden und Betroffene mit ihrer ganzen Geschichte gesehen werden.

Herzlich,
das Team vom UIK e. V.

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